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Warum haben wir Burnout und woher kommt es?

von | Fr 15.02.19

Herzlich Willkommen zu meinem Blogbeitrag über das Thema Burnout. Ein sehr wichtiges Thema, dass ich Dir unbedingt näher bringen möchte. Es liegt mir sehr am Herzen, dass du weißt, was Burnout ist. Ebenso, wie es entsteht und was Du tun kannst, damit Du nicht jetzt und in Zukunft unter Burnout leidest.

Wenn Du also jemanden kennst, für den das Thema Stress allgegenwärtig ist und der dadurch kurz vor dem Burnout steht, dann erfährst Du hier, wie Du der betreffenden Person helfen kannst. Du erfährst aber auch, wie Du selbst merkst, ob Du gestresst bist und ob Burnout für Dich ein Thema werden kann. Ich empfehle Dir daher, diesen Beitrag gründlich zu lesen, da das Thema Burnout keine Modeerscheinung ist, sondern sehr viele Menschen betrifft.

 

Was ist überhaupt Burnout?

Ich freue mich erst einmal sehr, dass Du dich zu diesem wichtigen Thema informieren möchtest. Zuerst möchte ich Dir vorschlagen, dass wir einmal klären, was Burnout ist und was darunter zu verstehen ist.

Vielleicht gibt es ja die eine oder andere Person, die das Wort Burnout noch gar nicht kennt und damit nichts anfangen kann. Und deshalb finde ich es wichtig, dass eine kurze Erklärung am Anfang vorgenommen wird.

 

Was heißt Burnout?

Burnout ist ein relativ neuer Begriff, der oftmals als neumodische Krankheit abgestempelt wird und von der viele behaupten, dass es sie eigentlich gar nicht gibt. Früher hat man Betroffene schlichtweg als erschöpft oder überarbeitet bezeichnet. Dabei ist Burnout eigentlich noch viel weitreichender.

Als Burnout werden unter anderem persönliche Krisen bezeichnet. Du kannst den Begriff Burnout also als Oberbegriff für Krisen ansehen, die verschiedene Symptomatiken mit sich bringen und entsprechende Auswirkungen haben. Burnout selbst kann so ausgeprägt sein, dass es zu einer völligen Arbeitsunfähigkeit kommt. Sogar eine Lebensunfähigkeit ist möglich.

Betroffene, die keinen Ausweg mehr sehen, neigen sogar zum Suizid. Also zum Selbstmord, um aus ihrer in ihren Augen verfahrenen Situation herauszukommen. Sie wünschen sich das Leid, den Frust und die Abgeschlagenheit, die mit Burnout einhergehen, endlich abschütteln zu können.

Das alles klingt natürlich sehr krass. Und wenn Du bedenkst, dass die Folgen wie Suizid nicht wieder rückgängig gemacht werden können, weißt Du, warum Burnout ein so wichtiges Thema ist. Denn Burnout ist mehr als eine Depression, die mit irgendwelchen Psychopharmaka abgemildert werden kann. 

 

Wie beginnt Burnout?

Nicht selten ist Burnout ein schleichender Prozess. Und dieser Prozess kann jeden betreffen. Selbst gestandene Persönlichkeiten, die mitten im Leben stehen, die ihr Leben stets angepackt haben und die keine Krise an sich heran gelassen haben, können auf einmal von Burnout betroffen sein.

Der Anfang beim Burnout sind in der Regel Depressionen. Auf einmal läuft es nicht mehr so, wie man sich das wünscht. Dunkle Gedanken ziehen auf, die sich auch gar nicht so einfach vertreiben lassen. Auf einmal ist das vormals so positive Leben gar nicht mehr so positiv. Auf jeden Fall in den Gedanken der Betroffenen. Sie sehen auf einmal nicht mehr das Licht am Ende des Tunnels. Sie sind der Meinung, dass ihre Arbeit nicht mehr wertgeschätzt wird. Und dass ihr Leben generell doch weniger wert hat, als sie das vorher angenommen haben.

Dafür muss sich noch nicht einmal viel in ihrem Leben verändert haben. Es ist meist das Gefühl, was sich auf einmal einstellt. Das berühmte Hamsterrad, indem man läuft und läuft und läuft und doch nicht ans Ziel kommt.

Symptome von Burnout

Burnout ist aber nicht nur die Depression an sich. Diese Krankheit bringt noch viele weitere Symptome mit sich.

Unterschieden werden müssen dafür erstmal drei verschiedene Burnout Kategorien. Das ist auf der einen Seite der personalisierte Burnout, bei dem als Symptome beispielsweise die Gleichgültigkeit oder die Distanzierung von anderen sehr markant sind. Den Betroffenen fällt es auf einmal deutlich schwerer, sich auf andere Menschen einzulassen, sich zu konzentrieren und anderen gedanklich zu folgen. Weil sie mit ihren Gedanken völlig woanders sind. Sie reagieren gleichgültig und distanziert, was dazu führt, dass sie am gesellschaftlichen Leben gar nicht mehr richtig teilnehmen.

Eine andere Art von Burnout ist die starke emotionale Erschöpfung. Das bedeutet, dass der Betroffene gereizt ist, stark angespannt ist und keine Lust mehr hat. Diese sogenannte Antriebsschwäche zeigt sich dann, wenn den Betroffenen nichts mehr begeistern kann. Weder das Leben, noch die Arbeit, noch Freunde oder die Familie.

Wenn der Betroffene zu etwas aufgefordert wird und er keine Lust mehr darauf hat, dann muss das nicht zwangsläufig Burnout sein. Wenn er vorher diese Tätigkeit aber mehr als geliebt hat, dann sollte jeder in seinem Umfeld hellhörig werden. Denn wer sein Lieblingshobby auf einmal nicht mehr ausüben will und dafür lieber auf dem Sofa liegt, der scheint innerlich aufgewühlt zu sein. Und dafür muss es einen Grund geben.

 

Gründe finden und analysieren

Beim Burnout ist es wichtig, dass dieser Grund herausgefunden wird, damit gegengesteuert werden kann. Daher ist Burnout auch eine Krankheit, die nach einer Mitwirkung der Außenstehenden verlangt. Nur dann kann den Betroffenen geholfen werden.

Eine dritte Variante von Burnout ist das Verarbeiten von Misserfolgen. Jeder hat einmal Misserfolge. Nicht alles klappt auf Anhieb. Und mitunter müssen sich mehrere Misserfolge aneinanderreihen, bevor ein wirklicher Erfolg erzielt werden kann.

Jeder geht anders mit Misserfolgen um. Sicherlich ist nicht jeder so stark, dass er negative Dinge sofort abschüttelt und das Ganze neu anpackt. Doch wer sich durch einen selbst harmlosen Misserfolg komplett aus der Bahn werfen lässt, steht schnell vor dem Burnout. Wer nicht mehr das richtige Gefühl hat, dass das Erlebte vielleicht völlig unwichtig ist und keinen Einfluss auf seine weitere Entwicklung hat, der erkrankt in der Regel auch schnell. Wenn jemand jeden Misserfolg hinterfragt und sich selbst in Zweifel zieht, der gilt als seelisch krank und als Burnout gefährdet.

 

Burnout muss ganzheitlich betrachtet werden

Wie Du bereits schon gemerkt hast, kann Burnout sehr komplex sein. Es steht den Leuten nicht auf der Stirn geschrieben, ob sie unter Burnout leiden oder nicht. Das Erkennen der Krankheit ist nur dann möglich, wenn die Leute beobachtet werden.

Vielleicht merkst Du an dir selbst aber auch, dass irgendwas nicht stimmt. Es ist zwar meist schwer, selbst die Diagnose bei sich zu stellen. Denn mitunter wollen wir gar nicht wahrhaben, dass irgendetwas momentan nicht ganz so richtig gut läuft. Aber trotzdem ist es möglich, nicht nur an anderen Personen Burnout festzustellen, sondern auch bei sich selbst. Und dafür ist es wichtig, dass man sich regelmäßig hinterfragt und auch selbstkritisch mit sich und seinem Leben umgeht.

Um Burnout erkennen zu können, es ist wichtig, dass Du deinen Alltag beobachtest. Gibt es Dinge, die Du auf einmal nicht mehr gerne machst? Sicherlich ist es nicht jedermanns Sache, früh aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Doch wenn Dir genau dieser Schritt im Vorfeld Freude bereitet hat und auf einmal nahezu unmöglich ist, dann stimmt etwas nicht bei dir. Dann muss geschaut werden, warum das so ist.

Wenn Du im Vorfeld ein lebensfroher Mensch warst, der mit seiner Familie gerne Zeit verbracht hat und der für jeden Spaß zu haben war, dann ist das natürlich sehr positiv. Wenn dieser lebensfrohe Mensch auf einmal nicht mehr gegeben ist, muss geschaut werden, warum das so ist.

Jeder kann einmal eine Krise haben und jeder kann mal traurig sein. Wenn sich diese Krise und das traurig sein aber über einen längeren Zeitraum erstrecken, muss gehandelt werden. Und zwar zeitnah. Denn Burnout vergeht nicht von alleine. Du oder der Betroffene benötigen dann auf jeden Fall Hilfe. Und zwar qualifizierte Hilfe, die dafür sorgt, dass wieder das berühmte Licht am Ende des Tunnels gesehen werden kann.

Wie entsteht Burnout?

Um Dir die Entwicklung von Burnout etwas näher bringen zu können, möchte ich ein bisschen in die Medizin eintauchen. Ich möchte dir ein Beispiel geben, damit Du verstehst, wie Burnout entstehen kann.

Bei gewissen Menschengruppen ist es so, bei anderen wiederum nicht. Es gibt also trotz der medizinischen Erkenntnisse keine allgemeine Formel und keine allgemeine Regel. Du darfst also nicht davon ausgehen, dass ich Dir jetzt eine Schablone zeige, die auf alle Betroffenen zutrifft. Es ist nur eine der Erklärungen, die Mediziner im Laufe der Zeit gefunden haben.

Dazu musst Du wissen, dass Burnout eine Krankheit ist, die gründlich erforscht wird, aber noch viele geheime Ecken und Winkel hat. Die Mediziner kommen der ganzen Sache zwar näher, können aber noch nicht alle Zusammenhänge genau erklären.

Burnout kommt in der Regel aus der Vergangenheit, also sprich aus der Kindheit oder aus der Jugend der Betroffenen. Jetzt sagst Du vielleicht – ja Moment: Ich habe einen Burnout in meiner Arbeit oder ich fühle mich gestresst auf der Arbeit, weil ich beispielsweise zu perfektionistisch bin. Was hat meine Kindheit damit zu tun? Ich will es Dir erklären.

 

Die Kindheit und Jugend entscheidet

Es wird immer wieder gesagt, dass wir bei unserer Geburt gewisse genetische Dispositionen mitbekommen. Grundsätzlich ist es jedoch erst einmal so, dass wir sehr rein geboren werden. Wir kommen auf die Welt und wir wissen nichts. Wir haben keine Glaubenssätze, wir haben keine Programmierung, wir haben Prinzip noch nichts. Wenn wir auf die Welt kommen, wissen wir, wie man schluckt und wie man atmet. Alles andere lernen wir erst.

Natürlich gibt es auch genetische Vorbelastungen. Allergien, Krankheiten, die wir von unseren Eltern vererbt bekommen. Solche Dinge wie Ängste, die uns Formen und die ins bilden, kommen im Laufe der Zeit dazu. Wir lernen von denen Menschen, die uns umgeben, die uns begleiten. Und von den Umwelteinflüssen, die wir während unserer Kindheit, Jugend und auch unseres Erwachsenenalters erleben.

 

Alle Dinge Formen uns

In erster Linie sind es unsere Eltern, die uns prägen, die uns bei unserer Entwicklung helfen und dafür sorgen, dass wir gute Menschen werden. Später kommt natürlich auch der Kindergarten hinzu, die Schule, Freunde und die Familie im großen Sinne.

Du selbst kannst es also gar nicht vermeiden, dass Deine Eltern dich beeinflussen. Dass Deine Freunde und Deine anderen Kontakte zur Außenwelt Dich beeinflussen. In der Regel suchen wir erstmal nach Vorbildern, die uns führen und die uns beim Erwachsenwerden helfen. Die uns das zeigen, was für uns im Leben wichtig ist.

Von anderen Menschen, also von unseren Eltern und all jenen, die uns umgeben, erhalten wir unsere sogenannte Programmierung. Wir erhalten unseren Glauben, wir erhalten unsere Ängste, unseren Stolz, unser Wissen und unser Denken.

Wer das gut im Griff hat, wer eine gute Kindheit hatte und wer sich geborgen und sicher gefühlt hat, der wird auf seine Erziehung auch immer mit viel Stolz zurückblicken. Und er wird sagen, dass er in seiner Kindheit und in seiner Jugend viele Vorbilder hatte, von denen er vieles gelernt hat.

 

Die Ausrutscher zählen

Es gibt aber auch Momente im Leben, die nicht so ideal sind. So blöd das auch immer klingen mag. Aber es gibt Situationen, in denen sogenannte Ausrutscher passieren.

Vielleicht lassen sich Deine Eltern scheiden, vielleicht gibt es innerhalb der Familie Krisen, die bewältigt werden müssen. Vielleicht hast Du Erlebnisse im Kindergarten oder in der Schule, die Dich prägen. Die nicht so positiv und glücklich sind, wie man es sich einfach wünscht.

Diese Dinge sind ebenfalls in unserer Programmierung. Sie können später zur Folge haben, dass unsere Ängste, unsere Sorgen und unsere Gewissensbisse so schwerwiegend werden, dass sie zu einem Burnout führen.

Im Prinzip ist Burnout also eine Folge von tausenden von verschiedenen Erlebnissen. Von Erlebnissen, die uns geprägt haben und die aufgrund ihrer ungünstigen Konstellation zu den seelischen, mentalen und physischen Problemen führen. Und dann entsteht Burnout.

Burnout entsteht aus vielen kleinen Dingen

Burnout ist im Prinzip ein Ergebnis oder die Konsequenz aus tausenden kleinen Bausteinen. Wie so etwas passieren kann, soll das Beispiel zeigen:

Stell Dir vor, Du hast einen Bruder oder eine Schwester. Und Du hast das Gefühl, dass Du immer ein bisschen mehr vor Deinen Geschwistern bevorzugt wurdest. In der Kindheit von Deinen Eltern.

Du hattest mehr Klamotten, Du hattest bessere Noten und irgendwie ergibt sich dadurch in dir ein bisschen ein Schuldgefühl. Also bekommst Du ein Schuldgefühl gegenüber Deinen Geschwistern, weil Du immer ein wenig bevorzugt wurdest.

Bevorzugt wurdest Du von Deinen Eltern. Und je besser Deine Noten waren, umso mehr hast Du auch bekommen und umso mehr wurdest du bevorzugt. Diese Erlebnisse programmieren sich in Dein Gehirn ein. Und irgendwann summieren sich solche Erlebnisse und es entsteht ein Schuldgefühl gegenüber Deinen Geschwistern.

Dabei muss noch nicht mal feststehen, ob Deine Geschwister das Geschehene auch so erlebt haben. Es spielt keine Rolle ob Deine Geschwister auch der Meinung waren, dass Du bevorzugt wurdest. In Deinem Kopf ist das so abgespeichert.

 

Deine Empfindungen zählen

Fakt ist, dass Du es so empfindest und das in dir drin etwas sagt, dass das eigentlich unfair war. Du nimmst dir vor, das irgendwie auszugleichen. Um Deinen Geschwistern wieder etwas näher zu kommen und ihnen etwas zurückzugeben.

Vielleicht bist Du in Deinem Beruf erfolgreich, was bei Deinen Geschwistern nicht ganz so der Fall ist. Und Du denkst dann, dass das durch die Bevorzugung innerhalb der Kindheit entstanden ist. Weil Du während Deiner Kindheit bevorzugt wurdest, hast Du auch in Deinem Berufsleben mehr Glück. Du verdienst mehr Geld, bis erfolgreicher als Deine Geschwister und Deine Schuldgefühle vermehren sich noch einmal.

 

Du schaffst dir selber Probleme

Und mit den Schuldgefühlen klarzukommen, versuchst Du, Dir selbst Probleme zu schaffen. Du bist weniger achtsam, gehst mit anderen Menschen nicht mehr so sorgsam um. Du kriegst Probleme mit Deinem Vermieter, musst Deine Wohnung wechseln. In Deinem Job gibst Du nicht mehr alles und hast daher auch nicht mehr den großen Erfolg.

Du versuchst also, Dein Leben herunter zu regeln, damit Du Deinen Geschwistern wieder gleichgestellt bist und dich mit ihnen auf demselben Level befindest. Nur, um Deine Schuldgefühle zu regulieren und mit diesen selbst klarzukommen.

Für dich stellen diese Schuldgefühle eine Belastung dar. Und diese Belastung kann dann letztendlich zum Burnout führen.

 

Das Helfersyndrom schlägt zu

Möglich ist aber auch, dass bei Dir Burnout aus einer ganz anderen Situation heraus entsteht. Beispielsweise dann, wenn Du gerne anderen helfen möchtest, es aber nicht kannst. Du hast ein Schuldgefühl, weil Du extrem viel Energie in dir hast, diese Energie aber nicht weitergeben kannst. Weil Du vielleicht perfektionistisch veranlagt bist, Deine Perfektion aber nicht an andere weiterreichen kannst.

Eventuell, weil die anderen das nicht annehmen wollen, weil sie Deine Hilfe nicht akzeptieren oder weil sie der Meinung sind, dass Deine Hilfe vielleicht nicht echt ist. Auch solche Dinge können zu einem Burnout führen. Denn Du gibst die ganze Zeit Gas, willst dich einbringen, willst helfen und willst verbessern. Aber irgendwie kommen Deine Hilfe und Dein Engagement nicht an.

Aus dieser Situation heraus kann eine emotionale Erschöpfung entstehen. Du verlierst den Spaß an Deiner Arbeit, an Deiner Hilfe. Dabei fühlst dich ausgelaugt und hast keine Energie mehr. Du fühlst dich ausgequetscht wie eine Frucht, die ihre Flüssigkeit verliert. Und wenn dann ein Burnout entsteht, ist dies umso tragischer. Denn Burnout ist nicht aus der Tatsache heraus entstanden, dass Du generell lustlos bist und keine Energie hast. Burnout entstand, weil Deine Lust und Deine Energie nicht auf Gegenliebe gestoßen sind.

 

Härte schützt nicht vor Burnout

Nun könntest Du natürlich versuchen, dich vor einem Burnout zu schützen, indem Du dich als „harter Hund gibst. Du bist auf der Arbeit der Macher und lässt nichts an dich heran. Du nimmst die Anerkennung zwar entgegen, zeigst aber keine Gefühle. Du liebst dich am meisten und bist derjenige, der am stärksten an Dich glaubt.

Das sind zwar Eigenheiten, die dich stark machen und die zeigen, dass Du selbstbewusst bist. Sie schützen dich aber nicht vor Burnout. Denn die Dinge, die dich körperlich und mental richtig fertig machen, gehen über die Seele. Und die kann man nicht ausblenden.

Es bringt also nichts, wenn Du 40 Stunden am Tag schuftest, um Anerkennung zu bekommen. Und um dir einen gewissen Stellenwert im Unternehmen zu erarbeiten. Es ist auch wichtig, dass Du immer einen Ausgleich hast. Dass Du Zeit für dich hast und dass Du auch an dich denkst.

Eine Seele muss gepflegt werden. Sie darf nicht überstrapaziert werden. Und darum ist es wichtig, dass die positiven und die negativen Dinge sich zumindest in der Waage halten. Am besten ist es natürlich, wenn die positiven Dinge deutlich überwiegen. Aber unser Leben ist nun mal sehr turbulent und abwechslungsreich. Und da gelingt es nicht immer, alle negativen Dinge auszublenden. Man muss lernen, mit den negativen Dingen umzugehen. Man muss aber auch lernen, die positiven Dinge in den Vordergrund zu rücken.

Übernimm die Verantwortung für dich

Burnout lässt sich nicht einfach umgehen. Es gibt Menschen, die sind anfällig dafür und es gibt Menschen, die können ihre Erschöpfung und ihre Schwäche relativ gut verstecken. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht innerlich leiden und dass sie sich trotzdem Gedanken über sich, ihr Leben und all die anderen Dinge machen.

Wichtig ist für Dich immer, dass Du für dich selbst Verantwortung übernimmst. Du bist für Dich der wichtigste Mensch im Leben. Und Du musst dich um Dich selbst kümmern.

Verlasse dich nicht auf andere, wenn es darum geht, dir etwas Gutes zu tun. Tue selbst etwas Gutes für dich. Sicherlich ist es schön, wenn Du deine Arbeit liebst und wenn Du sie gerne machst. Deine Arbeit ist aber nicht das Leben. Und wenn Du am Ende erschöpft zusammen brichst und Burnout hast, dann wird kein Chef der Welt dir dafür danken.

Übernimm daher die Verantwortung für Dich und sorge dafür, dass Dein Leben abwechslungsreich ist. Das ist viele Höhen, viele Erlebnisse und viele positive Gefühle bereitgehalten werden. Dann gelingt es auch, Burnout relativ gut zu umgehen.

 

Rede über Probleme

Es ist nicht einfach, Probleme anzusprechen. Das kennen wir alle. Und viele Dinge, die uns beschäftigen, sehen wir selbst vielleicht gar nicht als Problem an. Aber wenn wir Dinge einfach mal aussprechen, die uns bewegen, die uns vielleicht den Schlaf rauben, die uns Nerven oder über die wir uns einfach Gedanken machen, dann sorgt das für Klarheit. Und dann führt das dazu, dass die vermeintlichen Probleme gelöst werden können.

Wenn Du versuchst, immer perfekt zu sein, dann bist Du es automatisch nicht. Denn niemand ist perfekt. Es gibt immer jemanden, der eine Sache noch besser kann. Sei daher nicht perfekt, sondern glücklich. Das ist viel wichtiger und bringt dich im Leben viel weiter. Wirf allen unnötigen Ballast ab. Sei es auf der Arbeit, in der Liebe oder in der Familie. Suche den für dich richtigen Weg. Nur dann kannst Du glücklich werden.

 

Arbeite Deine Probleme auf

Auch wenn Du denkst, dass Deine Erfahrungen und Erinnerungen an Deine Kindheit nicht schwerwiegend sind, so ist es wichtig, dass Du diese aufarbeitest. Überlege, woher Deine Probleme kommen können. Warum machst Du dir so viele Gedanken über einige Dinge? Warum sind Deine Gefühle so, wie sie sind?

Sprich mit Deinen Eltern über die Vergangenheit, über Deine Kindheit und frage sie, ob es besondere Vorkommnisse gab. Prüfe, wo Du das Vorbild für Deinen Perfektionismus findest und überlege, ob es das ist, was Du wirklich sein willst. Bist Du wirklich der perfekte Mensch? Oder hast Du dir das nur so angenommen, weil Du denkst, dass Du damit andere beeindrucken kannst? Dass Du mehr Anerkennung findest?

Versuche, Dein Leben neu zu strukturieren und zu regeln. Arbeite nur die Zeit, die wirklich notwendig ist. Hole nur die Leistung aus Dir heraus, die wirklich benötigt wird. Als Beispiel möchte ich Dir dafür das Pareto-Prinzip nennen. Das Pareto Prinzip besagt, dass du 80 % Gas geben sollst und 20 % Erholung benötigst.

Auf die Arbeit bezogen bedeutet das, dass Du dich 80 % in die Arbeit hinein kniest, 20 % aber versuchst, auch mal andere arbeiten zu lassen.

 

Achte auf Deine Gesundheit

Burnout geht oftmals mit ungünstigen Körperwerten einher. Ein erhöhter Puls, der sich über viele Monate abzeichnet, ist oftmals ein Anzeichen für ein drohendes Burnout. Versuche daher, Deine Vitalwerte im Auge zu behalten. Miss regelmäßig Deinen Puls und Deinen Blutdruck, kontrolliere Deine Essgewohnheiten und höre auf Deinen Körper. Schaffe Freiräume für Körper und Geist. Gestresste Menschen sind keine besseren Menschen. Sie sind nur kranke Menschen.

Gegensteuern kannst Du beispielsweise mit Sport. Und das, bevor Burnout ausbricht. Schaffe Dir Freiräume, mache Yoga, gehe ins Fitnessstudio, triff Dich mit Freunden und sorge dafür, dass Du Zeiten findest, in denen Körper und Seele einfach einmal frei haben. Zeiten, in denen Du dich frei bewegen kannst. In denen Du nicht an Deine Probleme oder Deine Sorgen denkst und in denen Deine Ängste keine Rolle spielen.

 

Auch ich habe Ängste

Selbstverständlich bin auch ich als Trainer, Mentor und Coach nicht von Ängsten befreit. Auch ich habe Ängste und bin überzeugt, dass mich diese langfristig betrachtet krank machen können. Nämlich dann, wenn ich mich diesen Ängsten nicht stelle und wenn ich nicht die Erfahrung mache, dass Ängste nicht zwingend notwendig sind.

Alleine schon die Tatsache, dass ich meine Gedanken hier in dieser Form teile, sorgt dafür, dass ich mich mit dem Thema auseinandersetze. Dass Burnout für mich und hoffentlich auch für Dich nicht nur ein Wort ist, von dem andere betroffen sind, sondern das jeden treffen kann. Ich verstehe, dass Burnout eine Reaktion ist, die aus verschiedenen Ursachen heraus entsteht und die aktiv angegangen werden kann.

Und zwar, indem darüber gesprochen wird, indem vorgebeugt wird und indem beim eventuellen Eintreten der Krankheit effektiv gegengesteuert wird. Auch Du musst Burnout in Deinem Leben nicht akzeptieren. Tue etwas dagegen. Und zwar, bevor die Krankheit Dein Leben bestimmt.

Verbanne Stress aus Deinem Leben oder sorge dafür, dass der Stress nicht die Überhand gewinnt. Suche Dir Freunde oder einfach jemanden, mit dem Du reden kannst. Hast Du keine Freunde oder Familie, die immer ein offenes Ohr für dich haben, dann scheue nicht davor zurück, zu einem Psychiater zu gehen. Diese Menschen werden dafür bezahlt, dass sie Dir zuhören und dass sie Dir Kraft und Hilfe geben.

Auch Trainer und Coaches, wie ich es bin, können in Stresssituationen hervorragend helfen. Wir bauen Dich auf, zeigen Dir Wege aus deiner Krise und sorgen so dafür, dass Angst, Unsicherheiten und Zwänge vermieden werden. Du bist stark genug, Dein Leben so zu leben, wie es Dir gefällt. Ohne Burnout ohne andere seelische und psychische Belastungen.

 

Das Leben ist schön – Du musst es nur erkennen

Rede Tacheles über Probleme, die Dich beschäftigen. Egal ob es die Partnerschaft, die Arbeit oder was auch immer ist. Nur wenn Du Probleme ansprichst, lassen sie sich beseitigen. Kehr nichts unter den Teppich, sondern arbeite alles auf. Und denke niemals, dass Du nicht gut genug bist. Du bist so, wie Du bist, perfekt.

Das Leben ist schön. Und Du musst es genießen. Und zwar mit den Möglichkeiten, die Du hast. Weder Geld, noch Erfolg, noch Ruhm oder Schönheit sorgen dafür, dass Du wirklich glücklich bist. Glücklich bist Du nur dann, wenn Du gesund bist und wenn Du das Leben genießt. Alles andere ist nebensächlich.

Denke an ausreichend Sport, investiere in eine gesunde Ernährung und in Abwechslung. Wenn Du zu Burnout oder zu anderen Themen noch mehr wissen möchtest, spezielle Fragen hast oder Ergänzungen mitteilen willst, dann freue ich mich, wenn Du mir schreibst. Schicke mir eine Nachricht, frage mich und zeige mir, was dich bewegt. Ich werde Dir auf jeden Fall Antworten und versuchen, Dir so gut wie möglich zu helfen.

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