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Kleiner Snack für zwischendurch – wenn wenig Zeit ist

von | Mo 25.02.19

Wahrscheinlich kennst du das auch – hier ein kleiner Snack, dort ein kleiner Snack. Immerhin ist im stressigen Alltag nicht immer Zeit, eine große Mahlzeit zu sich zu nehmen. Außerdem erzählt uns jeder Ernährungswissenschaftler, dass große Mahlzeiten nicht gut für den Stoffwechsel sind und es besser ist, wenn die Mahlzeiten über den Tag auf kleinere Mahlzeiten verteilt werden. Warum dann also nicht mit einem kleinen Snack den kleinen Hunger stillen, um dann am Abend oder zur Mittagszeit eine große Mahlzeit zu essen?

 

Der zweite Blick ist wichtig

Kleine Snacks für zwischendurch mögen auf den ersten Blick eine durchaus gute Sache sein. Denn den Hunger direkt zu stillen und dafür nur eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen, sollte doch eigentlich kein Problem sein. Doch ganz so einfach, wie es uns gerne beschrieben wird, ist es dann doch nicht.

Unser Organismus fühlt sich durch die kleinen Snacks nämlich zusätzlich belastet. Der Mythos, dass 5 bis 7 Mahlzeiten am Tag super sind und dass diese kleineren, dafür aber in der Anzahl größeren Mahlzeiten den Stoffwechsel pushen, stimmt so nämlich nicht. Ich behaupte sogar, dass dies völliger Bullshit ist.

Für mich persönlich ist nicht erklärbar, woher Ernährungswissenschaftler diese These geholt haben. Auch nicht, wie sie belegt werden soll. Denn rein biochemisch betrachtet, machen mehrere kleine Mahlzeiten am Tag keinen Sinn. Und ich möchte dir auch erklären, warum das so ist.

 

Wider der Natur

Sicherlich ist es so, dass bei vielen Menschen die Aufteilung der Mahlzeiten auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag funktioniert. Das liegt aber nicht daran, dass der Körper eine solche Nahrungsaufnahme bevorzugt. Es liegt an anderen Faktoren, die dazu beitragen, dass bei einer solchen Ernährungsvariante die Kilos purzeln und ein besseres Körpergefühl entsteht. Auf jeden Fall im ersten Moment.

Wenn du jetzt z.B. abnehmen möchtest und gehst zu einem Ernährungsberater, dann erhältst du einen Ernährungsplan. Der sieht erstmal wunderbar aus und ist natürlich mit einem Kaloriendefizit ausgestattet. Das bedeutet, dass der Ernährungsplan auf jeden Fall weniger Kalorien enthält, als dein Körper über den Tag verbraucht. Auch dann, wenn mehrere kleine Mahlzeiten auf dem Ernährungsplan stehen.

Durch dieses Kaloriendefizit und die Tatsache, dass der Ernährungsplan nur gesunde Lebensmittel enthält, nimmst du automatisch ab. Sinn macht es aber nicht, die Nahrungsaufnahme auf viele kleine Mahlzeiten zu verteilen. Denn 3 große Mahlzeiten am Tag können genauso wenige Kalorien haben wie 5 oder 7 Mahlzeiten am Tag. Auch dann, wenn darunter mehrere kleine Snacks sind.

Was entspricht deinem Essverhalten – kleine Snacks oder große Mahlzeiten?

Vielleicht fällt es dir leichter, 5 bis 7 kleine Mahlzeiten am Tag zu dir zu nehmen, als 3 große Mahlzeiten. Das ist durchaus möglich und ist daher auch gar nicht so verkehrt, weil so viele andere Stellschrauben optimiert werden können.

Problematisch sind diese vielen Mahlzeiten oder kleinen Snacks aber dann, wenn du z.B. einen Entzündungsherd im Körper hast.

Entzündungen sind Probleme, die dein Körper bearbeiten muss. Dein Körper hat aber nur Zeit zum Arbeiten, wenn er sich nicht um deine Nahrung kümmern muss. Wenn er sich auf die Entzündung konzentrieren kann.

Isst du beispielsweise knapp 50 Mahlzeiten pro Woche, dann hat der Körper 50-mal zusätzlich Arbeit, um die Nahrung zu verwerten und zu verarbeiten. Außerdem kommen bei 50 Mahlzeiten pro Woche auch 50-mal neue Bakterien in deinem Körper an. Und diese Aufnahme von Bakterien kannst du auch gar nicht verhindern. Selbst wenn du deine Nahrung noch so steril zubereitet, bringt jedes Lebensmittel Bakterien mit sich.

Diese Bakterien sind im Normalfall auch nicht schlimm. Denn unser Immunsystem ist darauf trainiert, die Bakterien zu bekämpfen und sie über unseren Stoffwechsel ganz normal auszuscheiden. Wenn du aber schon eine Entzündung im Körper hast, dann sind zusätzliche Bakterien natürlich schlecht. Und es ist dann besser, wenn du nur wenige Mahlzeiten pro Tag zu dir nimmst. So muss der Körper nur an wenigen Momenten im Tag mit den zusätzlichen Bakterien kämpfen.

 

Unser Stoffwechsel leistet gute Arbeit

Unser Stoffwechsel ist gut aufgestellt. Das System springt an, sobald wir Nahrung aufnehmen. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dabei Insulin aus und die Leber fängt an, alles zu verarbeiten. Die Sachen werden verteilt und die Lebensmittel werden aufgespaltet.

Die guten Inhaltsstoffe werden in die Blutbahn oder in die Lymphbahnen gegeben und unser metabolisches System, also unser Stoffwechsel, verarbeitet sie. Die schlechten Dinge werden über den Urin und über den Kot ausgeschieden.

 

Der Stoffwechsel – deine fleißige Arbeitskraft im Körper

Du musst dir diesen Stoffwechsel wie eine Arbeitskraft vorstellen. Diese Arbeitskraft ist von Natur aus programmiert. In ihrer Ausbildung hat sie gelernt, dass 21 Mahlzeiten pro Woche kommen und verarbeitet werden müssen.

Wenn du nun diese Mahlzeiten auf knapp 50 Mahlzeiten pro Woche ausdehnst, weil du kleine Snacks zwischendurch isst, passiert folgendes: Der Arbeitsvertrag, der mit deinem Stoffwechsel geschlossen wurde, wird ausgedehnt. Dein Stoffwechsel muss mehr arbeiten, als eigentlich im Vorfeld vereinbart wurde.

Das mag einen gewissen Zeitraum funktionieren und der Stoffwechsel sorgt dann auch dafür, dass du erstmal abnimmst und dass dein Körpergefühl besser wird. Doch irgendwann sagt sich dein Stoffwechsel: „Warum tue ich das? Ich bekomme ich dafür, dass ich mehr arbeite?“ Die Überstunden, die der Stoffwechsel macht, wird er dann irgendwann nicht mehr machen wollen.

Die Nahrung, die du dann zwischendurch in Form von kleinen Snacks aufnimmst, bleibt erstmal unbearbeitet liegen. Denn dein Stoffwechsel hat keine Lust mehr, Überstunden zu machen, ohne das er davon einen Vorteil hat.

Auch die Kollegen streiken bei kleinen Snacks

Auch die Kollegen von deinem Stoffwechsel, also die Leber, die Bauchspeicheldrüse, der Magen und der Darm sagen: „Warum Überstunden machen, wenn doch vereinbart wurde, dass nur 21 Mahlzeiten pro Woche ankommen?“ Auch dort bleibt alles liegen. Und die ungünstigen Stoffe, die innerhalb der Nahrung zu finden sind, werden nicht abtransportiert. Ein schnelles Ausscheiden findet nicht mehr statt.

Diese Stoffe sorgen dann letztendlich dafür, dass du zunimmst. Dass dein Körper mit Stoffen belastet wird, die weniger gut sind und die für ein ungutes Gefühl sorgen. Der kleine Snack zwischendurch, den du als gut empfunden hast, wird dann schnell zu einer Last.

 

Kleine Snacks – wenn ein Burnout das Desaster ankündigt

Manchmal kommt es sogar dazu, dass der Körper ein Burnout erleidet. Du fühlst dich krank, kannst deine eigene Arbeit nicht mehr machen und hast erhöhte Entzündungswerte. Sind die Entzündungswerte erhöht, funktioniert unser Körpersystem nicht mehr richtig und du kannst auch keine volle Leistung mehr bringen.

Daher ist es wichtig, dass du möglichst bei diesen 21 Mahlzeiten pro Woche bleibst und gar nicht erst versuchst, deine Kalorien, die du für den Tag benötigst, über viele Mahlzeiten aufzuteilen.

 

Du entscheidest

Nun darf natürlich nicht davon ausgegangen werden, dass immer viele kleine Snacks und Mahlzeiten schädlich für den Körper sind. Der Weltuntergang wird nicht eingeleitet, wenn du zwischendurch mal ein kleiner Snack deinen Weg kreuzt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn deine Werte gut sind.

Sind deine Entzündungswerte und der Stressfaktor niedrig, ist viel erreicht. Wenn du dich dann noch gesund und abwechslungsreich ernährst und auch die Bewegung nicht vergisst, sind viele kleine Mahlzeiten hin und wieder in Ordnung.

Viel schädlicher sind dann die Umweltgifte, gegen die wir nichts machen können wie beispielsweise elektromagnetische Strahlungen oder andere Dinge. Wenn du aber regelmäßig Sport treibst und wenn dein Körper fit und gesund ist, dann sind 3 große Mahlzeiten am Tag gut. 5 bis 7 kleinere Mahlzeiten am Tag sind dann nicht zwingend schädlich. Dies muss aber individuell entschieden werden.

 

Geh regelmäßig zum Arzt

Empfehlen kann ich dir beispielsweise, dass du regelmäßig beim Arzt deine Vitalwerte checken lässt. Lass einmal pro Jahr ein großes Blutbild anfertigen, damit deine Entzündungswerte angeschaut werden können. Außerdem kann so überprüft werden, ob du chronische Entzündungen hast. Auch deine Fettwerte und viele andere Werte werden über das große Blutbild angezeigt. Beim Check-up wird zudem dein Blutdruck und der Plus gemessen. Wichtige Parabeln für die Gesundheit.

Je gesünder dein Körper ist und je abwechslungsreicher du dich ernährst, umso besser auch die Voraussetzungen für ein glückliches, zufriedenes und vitales Leben.

Entzündungen vorbeugen

Viele Menschen haben Entzündungen im Körper, die sie gar nicht kennen. Denn Entzündung müssen nicht von vorne herein Schmerzen bereiten. Sind die Entzündungswerte hoch, dann kann das an vielen verschiedenen Gründen liegen. Je nach Entzündungswert weist eine Entzündung auf eine verschleppte Erkältung, entzündete Muskeln oder Sehnen oder auch auf schwerwiegende Krankheiten hin. Der Arzt kann anhand eines Blutbildes feststellen, wie hoch der Entzündungswert ist.

Leidest du generell zu einem erhöhten Entzündungswert, dann ist es wichtig, dass deine Ernährung entsprechend umgestellt wird. Es lohnt nicht, nur Antibiotika gegen die Entzündung zu nehmen. Sie kommt irgendwann wieder. Wichtig ist, dass du deinen Alltag entsprechend ausrichtest, damit die Entzündungswerte auch von alleine nach unten korrigiert werden können. Ohne Chemie und ohne Antibiotika.

Die Regelung, nicht mehr als 21 Mahlzeiten pro Woche zu essen, ist in den Zusammenhang sehr wichtig. Wichtig ist auch, dass über die Nacht hinweg im besten Fall eine 16 stündige Pause entsteht, in der du nicht isst.

Von dem 16/8 Prinzip hast du vielleicht schon einmal gehört. Du isst 16 Stunden nichts und innerhalb von 8 Stunden darfst du essen. Auch ein kleiner Snack ist dann erlaubt. In den 16 Stunden, in denen du keine Nahrung aufnimmst, hat dein Körper Zeit, Entzündungen effektiv abzubauen. So können die Entzündungswerte zurückgehen und du hast trotzdem ausreichend Zeit, deine Nahrung aufzunehmen.

Tipps, wie das Hungergefühl bekämpft  

Sicherlich ist es nicht immer einfach, 3 Mahlzeiten pro Tag einzuhalten. Wenn du arbeiten gehst oder viel unterwegs bist, dann sind 3 Mahlzeiten pro Tag manchmal nicht machbar. Und wenn der kleine Hunger zwischendurch kommt, dann kann man den natürlich auch nicht einfach ignorieren. Ein kleiner Snack muss her.

Ich will dir daher ein paar Sachen nennen, die dir helfen, nicht nur den Hunger zwischendurch zu besiegen, sondern auch die Regelung mit den drei Mahlzeiten pro Tag einigermaßen einzuhalten.

So habe ich immer einen Apfel und ein paar Nüsse dabei, die mir helfen, zwischendrin meinen Insulinspiegel auf Level zu halten. Gleichzeitig sorge ich dafür, dass mein Magen nicht vor Hunger knurrt. Ein kleiner Snack ist also schnell gefunden. Äpfel haben viele Vitamine und machen satt. Und Nüsse sind mit wichtigen Proteinen bestückt, die wunderbar sättigen und die zusätzlich viele Mineralien mit sich bringen.

Pistazien haben z.B. den Vorteil, dass du sie erst aus der Schale puhlen musst. Das kostet Zeit und der Hunger verfliegt automatisch. Die Sättigung ist daher schneller da, als bei anderen Lebensmitteln.

Avocados sind bestens geeignet, um zwischendurch als kleiner Snack verzehrt zu werden. Sie sind gesund, habe viele Vitamine und der Magen kann sie schnell verarbeiten. Auch Dinkelbrot ist sehr beliebt und drosselt schnell den Hunger. Gemüse und viel Wasser sind immer gut, um zwischendurch den Hunger zu stillen. Sie belasten den Körper nicht zu sehr und sind daher hervorragende kleine Snacks.

 

Es liegt an dir

Du siehst, dass eine gesunde Ernährung auch dann möglich ist, wenn du nur 3 Mahlzeiten pro Tag zu dir nimmst. Und du siehst auch, dass es durchaus möglich ist, den kleinen Hunger zwischendurch mit ganz einfachen Dingen zu vertreiben. Wichtig ist aber immer, dass du auf dein Körpergefühl hörst und dass du den Weg findest, der für dich richtig ist.

Lass dich also nicht von irgendwelchen neumodischen Trends und von angeblichen Experten leiten. Du bestimmst über deinen Körper und du musst festlegen, was für deinen Körper wichtig und richtig ist. Auch dann, wenn ein kleiner Snack zum Thema wird.

Passende Podcast-Folge:

Mehr zu diesem Thema kannst du dir in dieser Folge meines Podcasts anhören

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